DETOX – Alltägliche Gifte und unser Entgiftungssytem

Geschrieben von Dr. med. Frank Schulze M.Sc. am August 3, 2018 in Entgiften Gewichtsmanagement

DETOX – Alltägliche Gifte und unser Entgiftungssytem

Detoxen oder Entgiften ist beinahe eine Bewegung geworden und wird von vielen Menschen praktiziert.  Von der Wissenschaft wird dies stark kritisiert und mit dem Label «unseriöse Geschäfte» abgetan. So wie Wissenschaftler nach wie vor ein notwendiges Entgiften in der heutigen Zeit als unnötig rundheraus ablehnen. Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass wir uns in perfekten Lebensumständen befinden und deshalb alles gut sei.

Grundsätzlich haben wir ein körpereigenes Entgiftungssystem. Dieses leistet seine wichtige Arbeit automatisch. Nach der Nahrungs- und Sauerstoffaufnahme durch die Atmung, werden die «Abfälle» produziert, nachdem Energie entzogen wurde. Ganz selbstverständlich entgiftet unser Körper über das Ausatmen, das Schwitzen, den Stuhlgang und das Wasserlassen.

Welche belastenden Gifte hat unser Körper zu bewältigen?

1. Gifte aus dem eigenen Körper:

Aus dem Zellstoffwechsel entstehen Stoffwechselabfälle:

  • Ammonium-Verbindungen (Harnstoff), Säuren, Bilirubin, Co2, alle im Darm und stuhlpflichtige Gifte, Entzündungseiweisse, freie Radikale
    Quelle: Zellstoffwechsel
  • Aus dem Absterben von Bakterien des Mikrobioms
    Quelle: Darm-Haut-Mundbakterien
  • Aus dem im Bindegewebe zwischengelagerten Giften (Schwermetalle usw.)
    Quelle: Umwelt
  • Emotionale Belastungen:
    Ängste, Wut, Lebensverneinung, Selbstwert, Stress…
    Ursache: Arbeit, Familie, Freunde und soziales Umfeld

All diese Stoffe werden dann über das Lymph- und arteriell-venöse System durch die entsprechenden End-Organe ausgeschieden.

2. Gifte aus der Nahrung und Umwelt:

Wir nehmen natürlich auch Gifte über Nahrung, Haut und  über die Atmung aus der Umwelt in uns auf:

  • Organische Chemikalien:
    Herbizide/Pestizide, Haushaltschemie, Medikamente, PCB, Tabak, Alkohol, Phthalate, Dioxine, Chloride, Fluoride, und weitere
    Quelle: Nahrung, Wasser, Luft, Verpackung z.B.
  • Schwermetalle:
    Quecksilber, Arsen, Aluminium, Uran, Kadmium usw.
    Quelle: Nahrung, Wasser, Dental-Materialien, Kosmetik, Pestizide z.B.
  • Nahrungsmittelzusätze:
    Geschmacksverstärker, Aromen, Konservierungsmittel, Emulgatoren, Antibiotika, Hormone (Tiermast) usw.
    Quelle: Alle Nahrungsmittel, die industriell aufbereitet wurden.

Bis zu einer gewissen und individuell unterschiedlichen Menge von Belastungen, wird unser Körper mit all dem problemlos fertig. Manchmal ist das Entgiftungssystem aber überlastet oder direkt blockiert.

 

Wodurch wird unser körpereigenes Entgiftungssystem blockiert?

Wir Ärzte haben viele Jahre diese Tatsache nicht verstanden bzw. sie als solche ignoriert. Erst die Forschung auf dem Gebiet der Ganzheitsmedizin hat auch mir persönlich die Augen geöffnet. Es gibt die verschiedensten Gründe, warum unsere körpereigene Entgiftung nicht gut funktionieren kann. Hier nur einige wichtige Beobachtungen aus meiner Praxis und Klinik:

  • Säurelast und damit entsteht ein Basen-Mangel (durch zu viele tierische Proteine, Stress).
  • Überlastung der Kapazität des Bindegewebes (zu viele Gifte, die zu Entzündungen führen und sich als «Schlacken» ablagern).
  • Stress erhöht das Adrenalin und Cortisol. Das setzt quasi alle Prozesse im Körper ausser Funktion.
  • Fettabbau: Bei Gewichtsabnahme werden Gifte freigesetzt, die vorher im Fett eingelagert waren. Die freigesetzten Gifte belasten nun das Entgiftungssystem zusätzlich.
  • Zu wenig körperliche Bewegung und mangelndes Schwitzen.
  • Überlastung bzw. schon geschädigte Entgiftungsorgane (z.B. Fettleber).

Grafik: Säure-Base-Balance

Nach meiner Erfahrung ist der Säure-Basen-Ausgleich als erster Schritt sehr hilfreich. Das wird auch Entsäuern genannt. Geht dies mit einer reduzierten Kalorienaufnahme einher, schafft es unser Körper meist sehr schnell wieder optimal zu entgiften. Natürlich kann man dies mit verschiedenen pflanzlichen Mitteln unterstützen.

Pflanzliche Mittel, die beim Entgiften helfen

Löwenzahn-Auszüge (z.B. Taraxacum compositum) regen den Gallenfluss an und verstärken damit die Leberentgiftung. Auch Bio-Flohsamenschalen-Kapseln, können durch ihre Gelbildung im Darm «Gifte» aufnehmen und über den Stuhl ausscheiden. Das funktioniert ähnlich mit z. B. Chlorella Algen, die auch sehr viel aufnehmen und abtransportieren können. Um die Nieren anzuregen, kann man Auszüge der Goldrute ( Solidago) als Tropfen zu sich nehmen, was wirklich Wunder bewirkt.

Body-Mind-Food-Move – Mehr als die Ernährung der Bewegung anpassen

Die gut funktionierende körpereigene Entgiftung trägt stark zu einem Gleichgewicht des biologischen Systems Mensch bei. Die gesamte Selbstorganisation der regulierenden Prozesse in unserem Körper sind genetisch vererbt. Diese Potenziale sind auf den Ebenen Body-Mind-Food-Move zu jeder Zeit entfaltbar. Der einfachste Zugang zur optimalen Nutzung dieser Potenziale und Ressourcen ist über Food und Move, also die Ernährung und Bewegung. Beide Ebenen bedingen sich gegenseitig, so kann man die Ernährung der Bewegung anpassen und umgekehrt. In unserem heutigen Lifestyle befinden wir uns immer in einem Ungleichgewicht. Säure-Basen-Ausgleich und das Entgiften (im Body) werden durch die Ernährung (Food) und die Bewegung (Move) forciert. Unser Mind profitiert davon, wir sind in jedem Fall besser drauf und leistungsfähiger.

unser Body-Mind-Food-Move-Konzept

Betrachten wir isoliert nur die beiden Regulationsprozesse Säure-Basen-Ausgleich und das Entgiften, erkennen wir leicht die Notwendigkeit, unser Ernährungsverhalten zu ändern. Weniger Kalorien bei voller Nährstoff-Versorgung und mehr Bewegung reichen meist schon aus, um nur diese beiden Körperfunktionen, Entschlacken, Entgiften und Säure-Basen Ausgleich (Entsäuern) wieder in Schwung zu bringen. Ich wünsche euch viel Erfolg und Freude beim Entgiften.

Im nächsten Blog-Post werde ich über Cellulite (Cellulitis) schreiben, die oft Gifte körperlich sichtbar macht und worunter nicht nur für Frauen leiden.

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„Auf dieser Seite habe ich spannende und aktuell relevante Beiträge gestellt. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner

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